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Kommunikation bei Demenzerkrankten
Viele Angehörige stellen sich irgendwann dieselbe Frage:
„Warum versteht er mich nicht mehr?“ oder
„Warum reagiert sie plötzlich so anders?“
Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich nicht nur das Gedächtnis – auch Sprache, Verständnis und Kommunikation wandeln sich. Gespräche werden schwieriger, Missverständnisse entstehen schneller und Frust auf beiden Seiten wächst.
Doch gute Kommunikation ist weiterhin möglich.
Sie braucht nur Anpassung, Geduld – und das richtige Wissen.
In diesem Artikel zeige ich dir 7 praktische Strategien aus meiner Pflegepraxis, mit denen Gespräche im Demenz-Alltag ruhiger, wertschätzender und entspannter gelingen können.
7 Kommunikations-Strategien
1️⃣ Blickkontakt herstellen & ruhig sprechen
Menschen mit Demenz verarbeiten Informationen langsamer.
Sprich langsam, deutlich und in kurzen Sätzen. Stelle Blickkontakt her und sprich auf Augenhöhe – nicht im Vorbeigehen.
Beispiel:
Statt: „Komm, wir müssen jetzt schnell los, zieh dir die Jacke an!“
Besser: „Wir gehen jetzt spazieren. Hier ist deine Jacke.“
2️⃣ Einfache, kurze Sätze verwenden
Komplexe Erklärungen überfordern schnell.
Ein Gedanke pro Satz. Keine langen Nebensätze.
✔ Klar
✔ Konkret
✔ Schritt für Schritt
3️⃣ Nicht korrigieren – Gefühle ernst nehmen
Wenn jemand sagt:
„Ich muss zu meiner Mutter nach Hause.“
Dann hilft es nicht zu sagen: „Deine Mutter ist doch schon lange tot.“
Stattdessen:
„Du vermisst deine Mutter gerade, oder?“
Gefühle sind wichtiger als Fakten.
4️⃣ Fragen vereinfachen
Offene Fragen wie „Was möchtest du essen?“ können überfordern.
Besser:
„Möchtest du Suppe oder Brot?“
5️⃣ Geduld mit Pausen
Nach einer Frage kann es 10–20 Sekunden dauern, bis eine Antwort kommt.
Diese Zeit ist wichtig.
Nicht sofort wiederholen oder unterbrechen.
6️⃣ Körpersprache bewusst einsetzen
Mimik, Gestik und Berührung sind oft wichtiger als Worte.
Ein Lächeln oder eine ruhige Hand auf der Schulter kann Sicherheit geben.
7️⃣ Diskussionen vermeiden
Logische Diskussionen führen meist nicht zum Ziel.
Wenn etwas nicht stimmt, lenke sanft um statt zu argumentieren.
Beispiel:
„Der Bus kommt gleich.“
→ „Wir schauen gleich gemeinsam nach.“
Fazit
Kommunikation mit Menschen mit Demenz ist kein Test – sondern eine Beziehung.
Es geht nicht darum, Recht zu behalten, sondern Sicherheit, Würde und Vertrauen zu erhalten.
Mit kleinen Anpassungen kannst du den Alltag spürbar entspannen – für dich und deinen Angehörigen.
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